Arbeit am Wochenende und an Feiertagen
Kurz gesagt
Ist der Tag laut Vertrag oder Dienstplan kein Arbeitstag, ist jede Stunde, die du dort arbeitest, ein Plus auf deinem Konto. Für Arbeit an einem Sonntag oder Feiertag steht dir in Deutschland ein Ersatzruhetag zu. Zuschläge gibt es nur, wenn dein Vertrag oder Tarifvertrag sie vorsieht; bis zu bestimmten Sätzen sind sie steuerfrei.
Rechtsstand: 20.10.2026 · Von Till Heidrich, Heidrich Digital · Keine Rechts- oder Steuerberatung
Wie die Zeit auf deinem Konto zählt
- Kein Arbeitstag laut VertragArbeitest du an einem Samstag, Sonntag oder Feiertag, an dem du sonst frei hättest, ist dein Soll an diesem Tag null. Jede Minute ist Plus.
- Fester Arbeitstag am WochenendeGehört der Samstag zu deinen festen Arbeitstagen, gilt dort dein normales Soll. Mehr ist Plus, weniger ist Minus.
- Feiertag an einem ArbeitstagAn einem gesetzlichen Feiertag fällt dein Soll weg, der Lohn läuft trotzdem weiter. Arbeitest du trotzdem, zählt das als Plus.
- Dienstplan mit wechselnden TagenArbeitest du mal montags, mal samstags, zählt dein Soll pro Woche. Ein freier Montag ist dann kein Minus, ein Samstag kein Plus, solange die Woche aufgeht.
Ersatzruhetag und freie Sonntage
- DeutschlandArbeitest du an einem Sonntag, bekommst du innerhalb von zwei Wochen einen freien Ersatztag. Für einen Feiertag an einem Werktag hat der Arbeitgeber acht Wochen Zeit. Mindestens 15 Sonntage im Jahr bleiben frei.Quelle: § 11 ArbZG
- ÖsterreichDir stehen jede Woche 36 Stunden am Stück frei zu, normalerweise ab Samstagnachmittag. Arbeitest du am Feiertag, bekommst du die Arbeit zusätzlich zum Feiertagsentgelt bezahlt, außer ihr vereinbart Zeitausgleich.Quelle: §§ 3, 9 ARG
- SchweizSonntagsarbeit braucht eine Bewilligung und deine Zustimmung. Bei vorübergehender Sonntagsarbeit gibt es mindestens 50 Prozent Lohnzuschlag und Ersatzruhe.Quelle: Art. 19 und 20 ArG
Zuschläge: was steuerfrei ist
Einen gesetzlichen Anspruch auf Sonntags- oder Feiertagszuschläge gibt es in Deutschland nicht, nur für Nachtarbeit einen angemessenen Ausgleich. Zahlt dein Arbeitgeber Zuschläge, sind sie bis zu diesen Sätzen des Grundlohns steuerfrei (Grundlohn höchstens 50 € pro Stunde):
| Nachtarbeit (20–6 Uhr) | 25 %, von 0 bis 4 Uhr 40 %, wenn du vor Mitternacht angefangen hast |
|---|---|
| Sonntag | 50 % |
| Gesetzlicher Feiertag, 31.12. ab 14 Uhr | 125 % |
| 24.12. ab 14 Uhr, 25. und 26.12., 1. Mai | 150 % |
Quelle: § 3b EStGQuelle: § 6 Abs. 5 ArbZG
Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen regeln oft mehr, zum Beispiel höhere Zuschläge. Im Zweifel helfen Betriebsrat, Gewerkschaft, Arbeiterkammer (AT) oder eine Fachanwältin für Arbeitsrecht.
So hilft dir Fieravend
- Arbeitsmodell „Wechselnde Tage (Dienstplan)“: Soll pro Woche, geplante Dienste, Feiertage zählen nur, wenn ein Dienst geplant war.
- Eintragstyp „Ersatzruhetag“. Fehlt einer, sagt Fieravend es dir ruhig und rechnet die Frist mit.
- Der Ersatzruhetag zählt nie als Minus und kostet keinen Urlaubstag. Zuschläge mit dem steuerfreien Anteil nach § 3b EStG kommen mit einem späteren Update dazu.
- Hinweis, wenn im Jahr zu wenige freie Sonntage übrig bleiben.
Kurz gefragt
Ist Arbeit an einem Feiertag automatisch Überstunden?
Auf deinem Konto ja, wenn der Feiertag für dich sonst frei wäre: Dein Soll ist null, jede Stunde ist Plus. Ob sie bezahlt oder abgefeiert werden, regelt dein Vertrag.
Muss ich für einen gearbeiteten Sonntag einen freien Tag bekommen?
In Deutschland ja, einen Ersatzruhetag innerhalb von zwei Wochen (§ 11 Abs. 3 ArbZG).
Sind Sonntagszuschläge steuerfrei?
Bis 50 Prozent des Grundlohns, an Feiertagen bis 125 oder 150 Prozent (§ 3b EStG).
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